Santorini oder auch nicht

Freitag, 24. Mai 2013, Temperatur: 23 Grad, Wetter: leicht bewölkt

Seit Katakolon hatten wir dann doch eher spürbaren Wellengang. Laut einem Offizier hatten wir in der Nacht 4-5 Meter hohe Wellen und das blieb den ganzen Tag über in Athen so und auch in der Nacht nach Santorini. Im Hafen von Athen hat man davon selbstverständlich nicht gemerkt. Als ich morgens so gegen halb acht aufgewacht bin, war ich doch sehr überrascht, dass wir noch immer gefahren sind. Eigentlich hätten wir schon um 7 Uhr auf Santorini sein sollen. Als ich dann aus dem Fenster geschaut habe, war ich noch mehr überrascht, denn ich sah nicht als offenes Meer.
Ein Blick zur Kabinentür löste dann aber das Rätsel, denn dort lag ein Zettel mit dem Hinweis, dass Santorini aufgrund hoher Wellen und Sturm nicht angefahren werden kann, denn Tendern war nicht möglich und auch die Seilbahn war geschlossen. Schöner Mist. Das Alternativangebot zu Santorini lag darin, den ganzen Tag mit etwa 10 Knoten durch gut 3m hohe Wellen zu fahren.
Nach anfänglicher Enttäuschung, denn Santorini war einer der Gründe für die Wahl dieser Kreuzfahrt, hat man sich dann aber doch aufgerafft das beste aus dem Tag zu machen. Und ehrlich gesagt verflog die Wut und Enttäuschung schon recht schnell. Leider wurden auch die Pools geleert, so dass wir auch nicht baden konnten, aber dafür gibt es ja auch andere Möglichkeiten an Bord sich die Zeit zu vertreiben. Heute haben wir wie wir unseren Kindern versprochen haben mal die Gamezone getestet. Auch das gehört bei jeder Kreuzfahrt dazu. Also schnell 10 EUR in Spielechips verwandelt und ab an die Autorennspielautomaten.
Da wir recht lang geschlafen hatten, war es auch bald wieder Zeit fürs Mittagessen. Und auch heute war es wieder köstlich. Danach sollte im Squokclub ab 14 Uhr ein Theaterstück einstudiert werden. Die Kinder wollten da hin, und so hatten wir sturmfreie Bude. Um 16.30 Uhr sollte dann das Stück aufgeführt werden. Natürlich sind wir da dann auch hin. Es handelte sich um das gleiche Stück wie vor einem Jahr auf der Costa Fortuna. Allerdings hatten unsere beiden Jungs diesmal eine Hauptrolle bekommen. So haben wir jede Menge Bilder gemacht und die 30 Minuten vergingen wie im Flug.
Danach sind wir noch etwas auf dem Schiff herumgeschlendert und haben uns die Zeit bis zum Abendessen vertrieben. Dort trafen wir dann wieder unsere Tischnachbarn, die natürlich alles über unser Abendessen im Clubrestaurant am Tag vorher wissen wollten.
Ich war sehr überrascht, dass der Ausfall von Santorini scheinbar niemand die Laune verdorben hatte, alle haben gelacht und Spass gehabt wie sonst auch jeden Abend. Allerdings würde es auch nicht viel nützen wenn man den ganzen Tag stinkig wäre. Am Abend nach dem Essen haben wir noch einen Offizier getroffen, der uns einiges über den Ausfall von Santorini und auch einiges Wissenwertes über das Schiff verriet. Zu Santorini erzählte er uns, dass Costa schon vor Athen wusste, dass in Santorini Sturm wäre. Trotzdem bemühte sich Costa eine Ausweichmöglichkeit in Form eines Hafens zu finden. Das bestätigt auch die Tatsache, dass das Schiff bis nachts um 1.30 Uhr in Richtung Santorini fuhr, erst danach wurde die Richtung geändert. Aber leider war das alles nicht möglich, denn in so kurzer Zeit wurden nicht genug Busse für den Shuttle und die Ausflüge gefunden. So waren wir wenigstens davon überzeugt, dass Costa nicht einfach mal so Santorini ausfallen ließ.
Eigentlich hätte heute meine Lieblingsartistengruppe im Theater auftreten sollen. Das Duo Deltai. Das sind zwei Männer die wirklich tolle Akrobaten sind, aber da wir nicht in Santorini waren und die beiden dort hätten zusteigen sollen, gab es als Ersatz wieder die beiden Sänger und die Tanztruppe vom Schiff. Zum Glück konnte aber auch der Pantomime vom Vortag nicht aussteigen und so hatte der auch nochmal einen tollen Auftritt. Schlimm daran war eigentlich nur, dass die Lautstärke im Theater wieder bis über die Schmerzgrenze hinaus eingestellt war. Grausam!!!
Dafür war der Cocktail zum Tagesabschluss wieder lecker und so sind wir nach einem echten Seetag in unsere Kabine gegangen.